Samstag, 29. November 2025
Bin heute recht stabil geblieben. Trotz Ausflug in die Vergangenheit. Was heißt trotz? Im Gegenteil, die Bilder haben mich an viele schöne Momente erinnert, das war eigentlich ganz gut. Die guten Erinnerungen der letzten zehn Jahre kann mir niemand mehr nehmen.
Meine Frau ist nachmittags nach Hause gekommen,mes gab eine kurze Begrüßung und Absprache, wann es Abendessen gibt. Danach gleich wieder Isolation im Luxus-Zimmer.
Drei Stunden später habe ich den Lachs perfekt gebraten, die Kräutersoße sieht gut aus und die Bandnudeln sind durch. Ich hatte den Plan, in der Küche zu essen und ihr danach das Wohnzimmer zu überlassen, was ich auch so meiner Tochter mitgeteilt habe. Und sie hat es wieder geschafft, dass wir alle im Wohnzimmer essen und noch eine Folge 7-vs-wild zusammen sehen. Danach ist meine Frau wortlos aus dem Wohnzimmer verschwunden und heute wird es kein "gute Nacht" geben.

Ich würde es ihr leichter machen, wenn ich zum Arschloch mutiere, herumheule, herumstänkere und sie ständig versuchen würde, vollzuquatschen. Vielleicht noch unter Druck setzen wegen Geld und Umgangsrecht. Dann könnte sie mich wenigstens vollends hassen, auch vor ihrer Tochter. Aber ihr gegenüber versuche so "normal" wie möglich zu bleiben. Nett, freundlich, nur das nötigste für den Alltag fragen. Bisher nur zwei Ausrutscher, ansonsten gelingt mir das ganz gut. Aber auch nur, weil ich mich hier kurz gehen lassen kann.
Sie ist immer noch krank, schläft weiterhin schlecht, sieht furchtbar traurig aus und ich mache mir große Sorgen. Und selbst das kann und darf ich gerade nicht sagen. Ihr "Kopf-Kino muss doppelt so schlimm wie meines sein. Nach Hause kommen, zu Hause sein, mich zu sehen/ertragen, - da möchte ich nicht mit ihr tauschen.
Vor fast sieben Jahren habe ich ihr versprochen, in guten wie in schlechten Zeiten ihr Ehemann zu sein. Jetzt haben wir "schlechte Zeiten", und ich würde wirklich gerne jetzt für sie da sein.

Es gab doch ein "gute Nacht". Ohne ansehen.

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