Donnerstag, 27. Februar 2020
Corona und ich...
Tja, Corona. Ich mochte die Plörre eigentlich, als ich noch Bier getrunken habe. Jetzt, in Anbetracht der aktuellen Lage, ist mir der Appetit vergangen.
Ende letzten Jahres, als in den Nachrichten zart über den Ausbruch der neuen Krankheit in China berichtet wurde, hatte ich schon so ein mieses Bauchgefühl. Habe mir da noch keine ernsthaften Sorgen gemacht, da ich mit zunehmenden Alter immer... hm, wie drückt man das aus? Ängstlicher geworden bin? Zögerlicher? Memme, Weichei, Angsthase. Na ja, jedenfalls sehe ich jetzt hinter jeder Ecke den schwarzen Mann stehen. Jede offizielle Nachricht in den Medien lese ich schon zweideutig und wittere den Weltuntergang und das Ende der Zivilisation. Daher habe ich mein ängstliches Bauchgefühl vorerst ignoriert, - obwohl ich die Maßnahmen in China, die offiziell bekannt wurden, schon für ziemlich bedenklich halte. Wie befürchtet breitet sich der Virus aus. Und wie befürchtet, die am Anfang eher noch beruhigenden amtlichen Aussagen zu dem Thema weichen langsam auf. Alle Nachrichten, die ich alleine heute gelesen habe, deuten eindeutig darauf hin, dass dieser Virus zu einer Epidemie wird. Mein Bauchgefühl hatte mal wieder recht, Alarm zu schlagen. Um die Verbreitung innerhalb Deutschlands auszubremsen, bzw. einzudämmen, wird es jetzt drastische Maßnahmen wie flächendeckende Quarantäne und Ausgangssprerren benötigen. Ich bezweifle ernsthaft, ob dieserlei Anordnungen in Deutschland umzusetzen sind. Gut und schlecht zugleich ist die Tatsache, dass ich mich schon seit sehr langer Zeit mit Krisenvorsorge und so weiter beschäftige, also halbwegs vorbereitet bin. Auf der anderen Seite kenne ich auch die Fakten, wie schlecht Deutschland und die Welt auf sowas vorbereitet sind.
Meine persönlichen Vorräte, die durchschnittlich für drei Wochen Selbstversorgung ausreichen, habe ich heute nochmals erhöht. Am Wochenende wird die Ausrüstung überprüft und einiges vom Wohnwagen zurückgeholt, sicher ist sicher. Nicht, dass ich jetzt in Panik verfalle, aber dieser Virus wird uns zu schaffen machen. Glücklicherweise ist meine Familie, mein Vater inbegriffen, seit Jahren schon von mir mit dem Thema Krisenvorsorge genervt worden, und in den letzten Tagen sind sie mir dafür äußerst dankbar. Aber wie geht es jetzt wohl weiter?

Gehen wir also vom Schlimmsten aus:
Das Virus verbreitet sich rasant über das gesamte Bundesgebiet, die Zahl der Neuinfektionen steigt täglich an, sogar noch schneller als in China, weil wir „echte“ Zahlen ungeschminkt veröffentlichen. Die Panik innerhalb der Bevölkerung bricht schon alleine Aufgrund der Berichterstattung aus, es kommt zu Hamsterkäufen. Hier bezweifle ich, das unsere Gesellschaft in diesem Stadium noch gesittet miteinander umgeht. Ich gehe daher davon aus, dass bedingt durch die Hamsterkäufe es schnell zu Gewaltausbrüchen und Plünderungen kommen wird und unsere Sicherheitskräfte damit überfordert sind. Durch die knappen Lagervorräte in den Läden werden die Regale binnen Stunden leer sein, was die Panik noch verstärken wird. Die Behörden, bzw. die Regierung muss dann handeln, die Ordnung muss gewahrt bleiben. Hier könnten dann schon regional begrenzte Ausgangssprerren verhängt werden, wahrscheinlich in den Ballungszentren. Gehen wir mal davonn aus, dass der Virus eine wesentlich höhere Mortilitätsrate hat, irgendwo bei zwei bis fünf Prozent. Zusammen mit dem Andrang in den medizinischen Einrichtungen und der gleichzeitigen Berichterstattung bricht spätestens hier die öffentliche Ordnung zusammen. Um das Leben halbwegs aufrecht zu erhalten müsste der nationale Notstand ausgrufen werden und sogar die desolate Bundeswehr eingesetzt werden. Die Versorgung der Bevölkerung wird dann wohl schwierig werden, da sich in den Ballungszentren wahrscheinlich der „Mob“ nicht mehr bändigen lässt. Da in allen anderen Ländern die Lage ähnlich ist, kommt keiner zur Hilfe...

Zugegeben, drastisches Zenario. Aber im Kern durchaus möglich. Meine Vermutung ist, dass es nicht gaaanz so schlimm wird. Das Virus wird sich verbreiten, und auch in Deutschland wird es bald zu heftigen Anordnungen kommen, wie zum Beispiel dass ganze Gemeinden unter Quarantäne gestellt werden. Aber ich habe Vertrauen in die Politik, in den Katastrophenschutz und in meine Kämpfernatur. Das wird sicherlich eine neue, für die Gesellschaft ungemütliche Situation werden, aber am Ende wird dieser Virus hoffentlich ausgemerzt werden, oder es wird zumindest ein Impfstoff dagegen gefunden. Dennoch habe ich die Befürchtung, dass die Welt eines Tages an genau diesem Thema zugrunde gehen wird. Ein kleiner, tödlicher Virus. Wie bei Stepehn King‘s Buch The Stand. Die Zombie-Virus-Geschichte dagegen halte ich eher für unwahrscheinlich.
Kann man sich auf sowas vorbereiten? Ich glaube, nicht wirklich. Und wenn dann nur, wenn man im Geiste bereit ist, solche Szenarien einmal durchzuspielen. Wie weit ist man bereit zu gehen, um in einer völlig anderen Welt zu überleben? Wenn jegliche gesellschaftlichen Strukturen sich auflösen, wenn der Supermarkt nicht mehr aufmacht, der Fernseher nur noch Schneesturm sendet und das Handy nicht mehr funktioniert.
Bedenklich ist, dass ich oftmals schon bereit war, diese Gedanken bis zu Ende zu denken. Erstaunlich, was ich mir persönlich zutrauen würde. Und auch beängstigend.
Wie dem auch sei, ich bitte den lieben Gott darum, Gnade walten zu lassen. Mach daraus eine Schweine- oder Vogelgrippe, aber bitte keine Katastrophe.

In diesem Sinne,
Francis Fortune



P.S.: Mein Bauch meldet unbehagen. Die Nachrichten machen mir Angst, und die Dichte der Menschen um mich herum erst recht. Ich bin zwar bereit, unpopuläre Entscheidungen zu treffen, aber ich möchte mich auch sehr gerne davor drücken.

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Mittwoch, 19. Februar 2020
Wird langsam Zeit...
Grauenhaft. Ich bin ehrlich: Seit langer Zeit versorge ich mich mit meinem Nachrichtenbedarf über Tagesschau.de und bleibe somit halbwegs im Bilde, was so auf der Welt passiert. Bei spannenderen Themen schaue ich schon mal über den Tellerrand hinaus, ansonsten wie gesagt nur die eine Quelle, dafür allerdings mehrmals täglich inklusive Kommentare.
Dieses Desaster da in Thüringen hat mich mal wieder daran erinnert, dass ich selber vorhabe, Politiker zu werden. Bin nur noch nicht sicher, wie ich das machen soll. Ich könnte mich an die Macht putschen, in eine Partei eintreten oder aber selber eine gründen. Alles ziemlich aussichtslos. Wobei ich mich für einen guten und gerechten König halten würde.
König von Deutschland. Klingt gut.
Na ja, bleiben wir halbwegs realistisch. Eine Partei gründen wäre interessant, habe da schon oft drüber nachgedacht und meine Gedanken festgehalten. Realpolitik, mutige Politik, gerechte Politik, - etwas, was die Menschen wieder vereint und daran erinnert, dass eine Gemeinschaft nur miteinander existieren kann, wenn sie sich gegenseitig unterstützt.
Ach ja, schöne Träumerei. Ohne finanzielle Unterstützung kaum zu machen, und da würde ja dann die Abhängigkeit schon wieder losgehen. Und dabei bin ich der Meinung, dass gerade jetzt ein mutiges Umdenken dringend nötig ist, und zwar grundlegend. Es stehen Themen zur Klärung an, die für unsere Zukunft entscheidend sind. Wir müssen unsere Demokratie, unsere Basis, unsere Werte neu definieren. Wir müssen Altlasten los werden und Verantwortung übernehmen. Atommüll, Klima, Bevölkerungszunahme, Trinkwasser, Versorgung, Sicherheit, ... die Liste ist noch lang.
Da stehen Entscheidungen an, die unpopulär sein dürften, dennoch sollten sie getroffen werden. Geldpolitik, Verschuldung, Medizin, Forschung, Bildung. Wir stehen ja grundsätzlich schon gut da, nur fehlt jetzt der Mut, den militärischen Komplex zu überwinden und bei bestimmten Themen global zusammen zu arbeiten, gute Ansätze und Beispiele gibt es ja.
Es müsste eine Partei in der Mitte sein. Basisdemokratisch, sozial-konservativ, innovativ und zukunftsorientiert. Eine Partei, die den Mut hat, Religionen zu verbinden, den Lobbyismus vermeidet und die Selbstbeteiligung des Individuum in der Gesellschaft fördert.
Ok, alles Utopie. Aber soll ich jetzt deswegen hier im Kreisverband bei der CDU eintreten und mitmischen? Oder bei der FDP? Oder gar die SPD?
Wenn ich auf dem klassischen Wege Bundeskanzler werden möchte, bin ich mit über 40 Jahren jetzt schon spät dran. Besser wäre es, wenn ein reicher Spender mir mal eben ein paar Millionen zur Verfügung stellt und ich eine Partei gründe. Wird schon.

In diesem Sinne,
Francis Fortune

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Montag, 17. Februar 2020
Hunde-Tage...
Ja, heute endlich wieder Montag! Zwar ein grauer und ungemütlicher Wintertag, aber ein sicherer, planbarer und logischer „All“-Tag. Die Normalität scheint wieder hergestellt zu sein, und das beziehe ich jetzt ausnahmsweise mal nicht auf meine Frau, bei der ist eh nichts mehr „normal“. Nein, um es genauer zu erklären: Wir sind auf den Hund gekommen..., bzw. waren es kurzzeitig! Vor ein paar Wochen hatte es angefangen, meine Frau und meine Tochter haben das Thema Hund angesprochen, bzw. den Wunsch zum Ausdruck gebracht, dass sie gerne wieder einen in der Familie haben wollen. Und obwohl ich mich bemüht hatte, alle schlechten Seiten, die Kosten, die Verantwortung, die geänderten Rahmenbedingungen (Arbeitszeit, kann nicht mehr mit mir in die Forma kommen wie Molly früher), die Eingewöhnungsphase, das Gassi gehen, die Erziehung und alles andere als Buh-Mann vorgetragen habe, musste ich mich mehr oder weniger bereit erklären, dem Thema offen gegenüber zu treten. Und ja, zugegeben, ich vermisse meine Molly sehr und würde gerne wieder einen treuen und haarigen Begleiter an meiner Seite haben. Und trotzdem meldet mein Bauchgefühl reichlich Zweifel an, wenn es um das Thema geht. Ich habe es also offen gelassen und gesagt, dass der liebe Gott dafür schon Sorge tragen wird, wenn er der Meinung ist, dass bei uns wieder ein Hund einziehen soll.
Da meine Frau zuweilen etwas ungeduldig ist und meine Tochter am laufenden Band Hundebilder produzierte, hat sie den lieben Gott etwas unterstützt und nachgeholfen. Bei diversen Hundepflegestellen hat sie mit meiner Tochter stundenlang Hundebilder im Netz angesehen und schließlich Palomo gefunden, - ein 1,5-Jahre alter Bracke-Mix aus Spanien. Seit zwei Monaten in Deutschland, Vorgeschichte unbekannt, in der zweiten Pflegestelle angekommen. Um es etwas abzukürzen: Es gab einen Kurzbesuch bei uns, dann war er für drei Tage bei uns, drei Tage wieder in der Pflegestelle und letzt Woche Mittwoch sollte er dann schon bei uns einziehen. Hatte dafür extra Donnerstag und Freitag Urlaub eingereicht. Er sollte stubenrein sein und auch kurze Zeit alleine in der Wohnung bleiben können. Sollte...
Habe das Wochenende zum Großteil mit putzen verbracht und letztendlich den spanischen Problem-Hund wieder zurück zur Pflegestelle gebracht. Vom Grundsatz her ein hübscher Hund mit viel Potential, allerdings würde man mindestens sechs Monate benötigen, um ihn halbwegs sozialverträglich zu erziehen. Acht Stunden alleine in der Wohnung wird da auf laaaaange Zeit noch nicht drin sein.
Fazit: Frau, Kind und definitiv auch ich wollen eine brave und liebe Molly. Von daher ist das Thema Hund erstmals vom Tisch und ich werde verflixt gut aufpassen, das es auch dabei bleibt. Molly war Molly, - die gibt es kein zweites Mal.

In diesem Sinne,
Francis Fortune


P.S.: Ein kleines bissl Sorgen habe ich mir heute Mittag um mich gemacht, als ich meine Burger-Packung aufmachen wollte und mein Augenmerk auf den Aufruck auf der Packung gelenkt wurde. Hatte erst gezweifelt, ob ich das richtig gelesen habe. Danach verzweifelt darüber nachgedacht, ob ich das versehentlich schon mal falsch gemacht habe. Dann habe ich gegrübelt, ob dieser Hinweis ernst gemeint ist. Am Ende hatte ich eigentlich nur noch vor dieser Welt Angst...

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