Dienstag, 30. Juli 2019
Sparflamme
Ein Dienstag. Bissl Papierkram gemacht, einkaufen, etwas Gartenarbeit, aber im Grunde den Tag so vor mich hinvertrödelt. Graue Wolken am Himmel, etwas luftig und schwül. Komme morgens nicht mehr in den „Gute-Laune-Modus“. Das Schwert hängt über mir und meine Frau kann es jederzeit fallen lassen...
Mir fehlen die Kleinigkeiten. Die Umarmungen, die kleinen Streicheleinheiten, die nette WhatsApp Nachricht morgens. Ihr Lächeln.
Sie liest im Bett, habe gerade neben ihr gelegen und etwas gedaddelt. Der leichte Luftzug treibt mir ihren Geruch in die Nase. Sie steht auf und holt sich eine neue Buchmauer, - nur im Schlüppi und im Hemdchen. Und sieht dabei zum Anbeißen aus.
Ich mache die Wäsche und bin jedes mal traurig, wenn ich ihre Unterwäsche aufhänge oder wegräume. Lange her, das ich ihr die Dinger mal ausziehen durfte, sie darin betrachten konnte.
Entschuldigung, - mir fehlt die Liebe und selbstverständlich auch der Sex. Wie viele Wochen dauert dieser Zustand nun schon an? Wie viele Wochen, Monate? Ja, ich liebe sie noch immer. Ich gebe ihr Zeit, die sie haben möchte. Und bin zwischenzeitlich zum Walking Dead geworden.

Das Wesentliche darf ich nicht mehr ansprechen. Darf sie nicht nerven, unter Druck setzen, in die Ecke drängen. Sie hält mein Feuer noch ein klein wenig am Flackern, passt auf, dass es nicht ausgeht. Aber sie redet nicht. Selten ein kleiner Moment der Nähe, dann wieder ein Eisblock. Ich würde sie gerne fragen was sie glaubt, wie lange ich das durchhalte. Ich kenne die Antwort zwar auch nicht, aber es ist definitiv endlich. Diesen Zustand hält keiner ewig durch. Nicht einmal ein Superheld wie ich...

In diesem Sinne,
Francis Fortune


P.S.: Zuviel zum Sterben, zu wenig zum Leben!

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Montag, 29. Juli 2019
Der Teufel ist wieder da...
Ganz toller Sonntag! Mein Fehler: hatte die morgendliche Ruhe meiner Frau unterbrochen und lustig nachgefragt, ob ich sie jetzt immer abfüllen muss, wenn ich mal Lust auf Sex habe. Keine Antwort.
Nachmittags in unserem Lieblings-Cafe nochmals das Thema angesprochen, wollte halt nach den zwei hoffnungsvollen Urlaubswochen einfach nur wissen, wie es jetzt zukünftig mit dem Thema Sex weitergehen soll. Wieder keine Antwort. Danach grausige Rückkehr in ihre Eiszeit...
Abends zum Pizzamann gefahren, hatte sie im Auto schon angesprochen, dass ich das Gefühl habe, dass sie mich schon wieder am liebsten zum Teufel wünschen würde. Immerhin, ein ausweichende Antwort erhalten, - Madame wollte einfach nur die Sonne genießen, und ich würde ja auch manchmal wenig reden. Nach dem Essen habe ich mal nachgefragt, warum sie mir weder morgens noch im Cafe geantwortet hatte, und sie ging hoch wie ein Pulverfass. Alleine wenn ich das Thema Sex auch nur anspreche, vergeht ihr schon alles! Ah, ok, dennoch kurz mal nachgefragt, warum sie letzte Woche Mittwoch dennoch Sex mit mir wollte. Keine schöne Antwort erhalten: sie war betrunken, zählt also quasi gar nicht. Und im Moment steht ihr eh der Sinn nicht nach Sex, steht gaaaanz unten auf ihrer Liste. Das war der Moment, wo ich etwas Platz und frische Luft brauchte, bin daher mal kurz losgezogen um mir etwas Fahrtwind um die Ohren wehen zu lassen. Komme zurück, stehe auf der Terrasse, und höre aus dem Schlafzimmerfenster den Vibrator meiner Frau sowie ihr lustvolles Stöhnen. Na hurra lieber Gott, das war ein tolles Gefühl zum Sonntagabend!
Sie möchte mehr Zeit haben. Ok, soviel wie sie möchte. Ich befürchte aber, am Ende ist nichts mehr von mir da, was man noch lieben könnte...

In diesem Sinne,
Francis Fortune


P.S.: Anstellungsvertrag heute vormittag unterschrieben, freue mich auf nächsten Montag, wenn es endlich wieder los geht!

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Sonntag, 28. Juli 2019
Realität
Ich sollte langsam mal anfangen, den Tatsachen ins Auge zu blicken. Ich mache mir etwas vor, baue Luftschlösser, renne Hoffnungen hinterher, ohne zu realisieren, dass ich die Realität nicht mehr erkenne. Gestern das Kind zur Oma gebracht, und sofort ist die Eiszeit wieder ausgebrochen. Ich riesengroßer Depp!
Heute ist Sonntag, das Kind ist nicht zu Hause, und meine Frau zeigt mir deutlich, dass sie es kaum erwarten kann, dass der Tag vorbei geht. Idealerweise sollte ich mich in Luft auflösen, das wäre ihr wohl recht. Egal was ich auch mache, es ist falsch. Es nervt. Ist unangebracht. Und vor allem: nur nicht reden! Am besten einfach ignorieren, nicht da sein, nicht im Weg stehen. Mach den Haushalt, bezahle, kümmere dich. Aber ja keine Forderungen stellen, geschweige denn Liebe einzufordern oder sowas albernes wie Sex haben wollen.
Wo ist der Strick? Wo ist meine Pistole? Wo der nächste Brückenpfeiler?

16.01 Uhr. Bis zum Schlafengehen dauert es noch...

In diesem Sinne,
Francis Fortune


P.S.: Was habe ich falsch gemacht, lieber Gott?

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