Mittwoch, 21. August 2019
Mittwochs-Genöle...
Fühlt sich gut an. Arbeiten gehen und Spaß dabei zu haben, kaputt und zufrieden nach Hause zu gehen, nicht zu bemerken, wie die Zeit vergeht. Und ist eine super Ausrede, seinen privaten Papierkram zu ignorieren...
Meine Frau ist zum Schwimmbad gefahren. Also Ruhe zu Hause, meiner Tochter hab ich gerade das Licht ausgeschaltet. Muss die Zeit nutzen, mein Gehirn mal wieder einzuschalten. Was ist wichtig, abgesehen von der Liebe von und zu meiner Frau?
Wohnwagen abholen und zum Campingplatz bringen. Ist organisiert.
Lada wegen der Rückruf-Aktion in die Werkstatt bringen. Termin ist gemacht, muss aber auf nächste Woche verschoben werden.
Papierkram erledigen. Im Grunde nicht mehr viel, kann mich aber wegen der miesen Zahlen und der Ernüchterung nicht aufraffen, den Rest zu erledigen. Beim Firmenverkauf hat nur das Finanzamt gewonnen. Und die Banken. Und die Versicherungen. Und die BGHW. Und überhaupt, die Kohle ist quasi weg...
Einschulung Elynia. Tochter der Schwester meiner Frau. Blöde Kuh. Sorry, ist aber so. Gespaltene Persönlichkeit, schlimmer als ich. Da muss/darf ich am Samstag antanzen, mal sehen wie es wird.
Daimler verkaufen. Steht bei ebay Kleinanzeigen drin, muss mir jeden Tag dämliche Nachrichten von abenteuerlichen Händlern durchlesen. Aber ich habe Zeit, also abwarten. Verschenken werd ich ihn definitiv nicht! Immerhin hat mich der Treue 2015 bis nach Lissabon und zurück gefahren.
Und dann noch die vielen Kleinigkeiten. Und die to-do-list. Aber egal, heute ist mir nicht nach jammern zumute. Der Zahnarzt hat schlechte Nachrichten, die Paradontitis wird mich früher oder später auch meine beiden Schneidezähne kosten. Na hurra. Da putzt man sein Leben lang fleißig die Zähne, und am dann fallen sie einem doch aus, ohne dass man was dagegen machen kann. Da kommen spätestens im Winter Schmerzen und Kosten auf mich zu. Beides ungewollt, aber nicht zu vermeiden.
Irgendwie habe ich das Gefühl, das jetzt der rechte Zeitpunkt für einen Weltuntergang ist...

In diesem Sinne,
Francis Fortune


P.S.: Fällt mir schwer, hier zu Hause den normalen Alltag zu leben. Meine Frau bemüht sich, ganz normal zu sein. Sie versucht zu reden, zu lachen, zu leben. Wahrscheinlich versucht sie auch zu lieben, bin mir aber nicht ganz sicher. Ich zweifle mittlerweile auch. Nicht nur an mir, nicht an unserer Liebe. Ich bin mir nicht sicher, was mit ihr nicht stimmt. Sie wird es nicht schaffen, alleine damit zurecht zu kommen. Ich kann und darf ihr das nicht sagen, leider. Sie muss alleine darauf kommen. Feststellen, dass etwas gravierendes nicht stimmt, denn sie kommt im Moment nicht einmal mit sich selbst zurecht. Ich würde ihr gerne helfen, darf und kann es aber nicht. Vielleicht ihr Mutter, ihre Großeltern, ihr Bruder oder ihre Schwester. Oder ein Arzt.
Ich halte durch, wegen den kleinen Momenten, wegen unserer Tochter, wegen unserer Liebe. Es kostet Kraft.




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